Herr Dr. Pieper, was verbirgt sich hinter Monitor?
Monitor ist ein schwedischer ERP-Anbieter mit 50 Jahren Geschichte. In Schweden sind wir mit fast 50 Prozent Marktanteil bei mittelständischen Fertigern führend und verfügen inzwischen über ca. 6.000 Kunden in über 30 Ländern. 600 Mitarbeiter betreuen über 400.000 Nutzer aus 11 Landesgesellschaften in Europa, Südostasien und China.

Welche drei Worte beschreiben die Unternehmensgeschichte am besten?
Beständigkeit, Innovation und Spezialisierung beschreiben unsere Geschichte am treffendsten. Beständigkeit zeigt sich in unserer 50-jährigen Firmengeschichte seit 1974 sowie in der langfristig ausgerichteten, systematisch vorangetriebenen Internationalisierung des Unternehmens.
Innovation spiegelt sich in der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Lösung wider – von frühen ERP-Ansätzen bis hin zu Software-as-a-Service-Angeboten, KI-Integration und Nachhaltigkeitsfunktionen. Die Spezialisierung auf den produzierenden Mittelstand hat uns ermöglicht, tiefes Branchenwissen nicht nur bei Monitor ERP, sondern auch in den Beratungsteams aufzubauen. Unsere Kunden nutzen die Einführung von Monitor ERP daher als Digitalisierungsprojekt, aber auch zur weiteren Unternehmensentwicklung.
Was gefällt Kunden an Ihren Produkten besonders gut?
Unsere Kunden schätzen vor allem den Standard-ERP-Ansatz ohne aufwendige Anpassungen sowie den vollständigen Prozess- und Funktionsumfang im Standard. Besonders häufig hören wir Lob für unsere effizienten Einführungsprojekte, den schnellen Support und die einfachen Updates, die Kunden selbst durchführen.
Als Familienunternehmen leben wir zudem ein Wertesystem, das auf langfristige Partnerschaften ausgerichtet ist. So investieren wir auch nach dem Go-live von Neukunden dank des Wartungs-Mehrwerts sowie der bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Lösungen in die Zufriedenheit unserer Kunden.
Was war die größte Neuerung in Ihrem System in den letzten Jahren?
Das hängt stark von der jeweiligen Kundensituation ab. Funktionsübergreifenden Mehrwert bietet das Monitor BI, unsere Business-Intelligence-Lösung, die Unternehmensdaten selbst aus Fremdsystemen in flexible Reports und aussagekräftige Dashboards verwandelt. Ein weiterer Meilenstein sind unsere Nachhaltigkeitsfunktionen zur Berechnung des CO₂-Fußabdrucks und zur Erfüllung der EU-Anforderungen nach ESRS. Unsere wichtigste, anstehende Innovation ist jedoch die Entwicklung der KI-Funktionalitäten namens MAiA, deren Einführung für 2025 geplant ist.
Ist es möglich, Ihre Lösung mit Drittprodukten zu koppeln?
Integrationen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Philosophie. Wir bieten zahlreiche Erweiterungen wie Maschinenintegration, die Anbindung von CAD-/PDM-Systemen oder Schnittstellen zu WMS. Besonders stolz sind wir auf unsere branchenspezifischen Funktionen, z. B. für die Verschnittoptimierung, die für Unternehmen aus der Metall- und Kunststoffverarbeitung einen großen Mehrwert darstellen. Wir verstehen uns nicht als isolierte Insel, sondern als zentraler Hub in einem vernetzten IT-Ökosystem, wobei man mit unseren Standardfunktionen Anforderungen weitgehend beantworten kann.
In welchen Branchen können Sie besonders gut Vorteile für Ihre Kunden erzielen?
Unsere Stärken liegen in diskret fertigenden Industrien. Im Maschinen- und Anlagenbau unterstützen wir komplexe Konfigurationen und Varianten. In der Metallverarbeitung optimieren wir die Materialwirtschaft und Produktionsplanung. Elektronikunternehmen profitieren von Funktionen für das Tracking von Seriennummern und die Qualitätssicherung. Auch in der Kunststoffverarbeitung, im Apparatebau und in der Möbelherstellung haben wir zahlreiche erfolgreiche Implementierungen vorzuweisen.
Was sind die Trends in Ihrem Marktsegment?
Wir beobachten einen klaren Trend zu Cloud-Lösungen, den wir ebenfalls bedienen, entweder Public oder Private Cloud. Die Integration von KI in ERP-Systeme ist ein weiterer Megatrend, den wir mit MAiA aktiv gestalten. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt aufgrund neuer EU-Berichtspflichten an Bedeutung. Ebenso wichtig ist der Trend zur Echtzeit-Datenanalyse mit integrierten BI-Tools. Die zunehmende Vernetzung im Sinne von Industrie 4.0 unterstützen wir mit offenen APIs. Nicht zuletzt beobachten wir eine Abkehr von individualisierten Lösungen hin zu Standardsystemen mit schnellerer Implementierung.

Factory Innovation Award – Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie?
Die Auszeichnung mit dem Factory Innovation Award bedeutet für uns eine wichtige Bestätigung unseres Ansatzes, innovative Technologien wie KI und Nachhaltigkeitsfunktionen in eine praxisnahe ERP-Lösung zu integrieren. Sie unterstreicht unsere Positionierung als Spezialist für produzierende Unternehmen und gibt uns zusätzliche Glaubwürdigkeit im deutschen Markt, den wir erst seit 2023 aktiv bearbeiten.
Das unterstreicht auch die Auszeichnung für unseren Kunden Anderson, der unsere Software Monitor ERP im Einsatz hat. Besonders wertvoll ist für uns die unabhängige Bewertung durch Industrieexperten, die unsere Lösung nicht nur nach technologischen Kriterien, sondern auch nach praktischem Nutzen beurteilt haben. Wir sehen die Auszeichnung als Ansporn, unseren Innovationskurs fortzusetzen und gleichzeitig die Praxistauglichkeit unserer Lösungen weiter zu stärken.
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