Zukunftsweisende Architekturstrategie: flexibel, effizient, resilient

Im Gespräch: Karl M. Tröger, Manager bei PSI Automotive & Industry GmbH
14.06.2024
Lesedauer:  4 Minuten

Herr Tröger, was sind die Ziele von PSI Automotive & Industry?

Es war schon immer und ist noch heute erklärtes Ziel aller Aktivitäten, marktführende Software-Lösungen für die Produktion anzubieten. Der klare Fokus auf den gesamten Produktionsprozess – lokal und über die gesamte Lieferkette hinweg – gibt den Rahmen vor. In Zusammenarbeit mit den Kunden entstehen so praxistaugliche Lösungen für produzierende Unternehmen.

Erklären Sie uns bitte kurz den konkreten Kundennutzen, der mit Ihrer Software erzielt werden kann.

Wir bieten eine durchgehende Lösung vom ERP bis zum MES im Shopfloor an. Der Durchstich vom Kundenauftragsprozess bis zur Maschinensteuerung liefert einen enormen Mehrwert. Abweichungen in der Prozessabwicklung werden schnellstmöglich erkannt und es kann kurzfristig gegengesteuert werden. Dauerhaft oder temporär notwendige Änderungen der Prozesse können mittels der Workflow-Technologie schnell und sicher umgesetzt werden.

Karl M. Tröger, PSI Automotive, Factory Innovation Award 2024

Was macht gerade Ihr Angebot so einzigartig?

Unser Leistungsangebot vereinigt auf die direkte Wertschöpfung bezogene Anwendungen und Komponenten eines Auftragsmanagements, APS und MES. Die Integrationsinfrastruktur bietet komfortable Möglichkeiten der Kopplung mit Softwaresystemen und Equipment. Zum Leistungsumfang gehören eine Auftragsverwaltung, Stammdatenmanagement – beispielsweise zur Anreicherung mit weiteren fertigungstechnischen Daten – oder auch ein APS. Erweiterungsmöglichkeiten betreffen ein Warehousemanagement oder ein auf den Produktionsprozess bezogenes Qualitätsmanagement. Einerseits bieten wir ein breites Spektrum von Anwendungen für die Fabrik. Andererseits ermöglicht der komponentenbasierte Ansatz den Zuschnitt einer bedarfsgerechten Gesamtlösung.

Stichwort Erweiterungsfähigkeit: Ist es möglich, Ihre Lösung mit Drittprodukten zu koppeln? Auf welche Technologien setzen Sie dabei?

Die Integrationsarchitektur PSIbus ist ein fester Bestandteil der Lösung. Mit dieser Architektur können Drittsysteme, Maschinen, Messgeräte auf der Basis eines ESB integriert werden. Wir setzen dabei auf Standardtechnologien wie http-REST oder OPC UA. Weitere Protokolle oder Technologien können quasi als Plug-in verfügbar gemacht werden. So wird auf der technischen Ebene auch die Zukunftsfähigkeit gesichert.

Sie sprachen von einem breiten Anwendungsspektrum – das klingt nach einem hohen Implementierungsaufwand. Was war die schnellste Implementierung Ihres System, und warum hat sie so schnell funktioniert?

Eine Implementierung in etwa acht Wochen ist möglich. Der Leistungsumfang war auf einige wenige Prozesse beschränkt. Eine „große“ Lösung braucht natürlich länger – kann aber schrittweise durchgeführt werden. So entstehen viele „kleine“ Lösungen, die schnell eingeführt werden können und später zusammenspielen.

Was sollte Ihr Kunde dazu beitragen?

Ideen und klare Vorgaben zu den Zielen sind zwingend notwendig. Ein Sprichwort sagt: „Wer keine Ziele hat, wird nirgendwo ankommen.“ Und natürlich gelten alle Best Practices einer guten Projektabwicklung.

Wie sieht Ihr Wunschkunde aus?

Das Spektrum unserer Kunden reicht von mittelständischen Unternehmen bis zu großen Konzernen. Die unterstützten Fertigungstypologien reichen von der Einzel- oder Projektfertigung bis zur variantenreichen Serienfertigung. Angesprochen werden Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaues, Gerätefertigung, Schiffbau, Automobilzulieferer oder Fahrzeughersteller.

Auf welche Funktionen Ihrer Software sind Sie besonders stolz?

Die Möglichkeit der deklarativen Beschreibung von Prozessen und die Nutzung in systemübergreifenden Workflows auf der Basis von Standards – Stichwort BPMN. Kunden können so selbst Prozesse stabilisieren, ohne in ein starres Korsett von vorimplementierten Prozessen eingezwängt zu werden. In unserer volatilen Welt kommt es besonders auf schnelle Reaktionen auf Veränderungen an.

Wie wollen Sie zukünftig am Markt wahrgenommen werden?

Die PSI Automotive & Industry GmbH wird derzeit als Fertigungsspezialist wahrgenommen. Das soll so bleiben. Das Portfolio wird weiterhin konsequent ausgerichtet auf Effizienzsteigerung und erhöhte Resilienz für und bei unseren Kunden. Wir sind als Anbieter die Problemlöser im Umfeld komplexer Produktionsprozesse mit hohen Anforderungen an Termintreue und Stabilität.

Welche Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz?

Ganz deutlich ist Künstliche Intelligenz als Technologie bei den Menschen und den Unternehmen angekommen. Nun kommt es auf die sinnvolle Verbreitung und nutzenstiftende Anwendungsfälle an. Solche Anwendungsfälle sind aus unserer Perspektive im Umfeld Produktionsplanung effizienzsteigernde Algorithmen in der Planung und im Betrieb der Produktionstechnik sowie in der weitergehenden Unterstützung der Anwender bei der Nutzung der Systeme. Die Automatisierung von Prozessen ist ein weiteres wichtiges Thema.

PSI Automotive, Factory Innovation Award 2024

Automatisierung war auch auf der Hannover Messe ein wichtiges Thema – welche Bedeutung hat die Messe für Sie?

Die PSI Software SE ist in ihrer Gesamtheit seit Jahrzehnten auf der Hannover Messe präsent. Insofern erübrigen sich weitere Kommentare, oder?

Seit letztem Jahr wird der Factory Innovation Award in Hannover verliehen – was bedeutet diese Auszeichnung für Sie?

Für uns ist es die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Klar ist aber auch, dass es immer weiter gehen muss und gerade die Fertigungsindustrie hochentwickelte Lösungen zur Bewältigung der kommenden Aufgaben benötigt.

Herr Tröger, abschließend noch eine Frage: An wen müssen sich Unternehmen wenden, um von Ihrem Angebot zu profitieren?

Wir bieten nahezu jede Möglichkeit der Kommunikationmit uns an – direkt, über unsere Kunden, Social Media-Kanäle oder den PSI App Store.

Herr Tröger – herzlichen Dank für das Gespräch!


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