Herr Teichmann, was verbirgt sich hinter dem InTraLab?
Das InTraLab – das ist kurz für Industrial Transformation Lab – ist unsere Antwort auf die Herausforderungen der digitalen Transformation. Es ist eine hochflexible Lernfabrik an der Universität Potsdam, in der reale Produktionsprozesse simuliert und mit digitalen Technologien angereichert werden – darunter AR, VR und IIoT.
Was sind die Ziele des InTraLabs?
Wir wollen Menschen und Organisationen befähigen, Digitalisierung aktiv zu gestalten. Nicht mit PowerPoint-Folien, sondern mit echten Maschinen, digitalen Szenarien und flexiblen Schulungen, die Wissen wirklich verankern. Dabei ist unser Motto: Lernen durch Erleben. Im Zentrum steht nicht die Technologie allein, sondern die Frage: Wie kann der Mensch in digitalen Prozessen souverän agieren und mitgestalten?
Was gefällt Kunden besonders gut?
Viele sagen: „Das fühlt sich an, wie eine echte Fabrik – aber man darf ausprobieren.“ Unsere Lernumgebung ist praxisnah, aber risikoarm. Man lernt in einer realen, aber sicheren Umgebung, wie man mit digitalen Tools Prozesse analysiert, verbessert und steuert.
Auf welche Funktionen Ihrer Leistungen sind Sie besonders stolz?
Ganz klar: auf die Flexibilität. Unsere Szenarien lassen sich in kürzester Zeit anpassen – ob für Azubis, Führungskräfte oder Facharbeiter*innen. Unsere Lernszenarien sind modular aufgebaut, sodass wir Schulungen passgenau auf Vorkenntnisse, Branchenanforderungen und Zielgruppen zuschneiden können. Wir setzen reale Demonstratoren wie Roboterarme ebenso ein wie simulierte Anlagen – etwa eine digitale Schleifmaschine – und ergänzen dies durch immersive Technologien wie AR oder VR.
Können Sie ein Beispiel für ein Lernszenario nennen?
Ein Beispiel ist unser Schulungsszenario zur „Smarten Qualitätssicherung in der Logistik“: Hier übernehmen Teilnehmende verschiedene Rollen – von der Werkerin bis zur Entscheidungsebene – und durchlaufen einen realitätsnahen Prozess. Sie prüfen Bauteile, analysieren Daten und erarbeiten im Team Lösungen. Das passiert sowohl in der physischen Lernumgebung als auch digital-augmentiert.
Was tun Sie, damit das Gelernte hängen bleibt?
- Wir setzen auf reale Probleme aus dem Betrieb. Lernende arbeiten in Teams an praxisnahen Aufgaben.
- Unsere Evaluation läuft nach dem Pre-/Post-Prinzip – also Messung des Kompetenzzuwachses. Zusätzlich nutzen wir qualitative Methoden wie „Thinking-Aloud“ oder Fokusgruppendiskussionen, um kontinuierlich zu verbessern.
- Die Ergebnisse werden direkt reflektiert, dokumentiert und in individuelle Lernpfade integriert.
Welche konkreten Vorteile bringt das InTraLab für Unternehmen?
Unternehmen können mit uns gezielt Kompetenzen aufbauen, die für digitale Transformation nötig sind – von IIoT über Datenkompetenz bis zu Change Management. Gleichzeitig sind unsere Formate modular, skalierbar und individuell anpassbar.
Wie sieht Ihr Wunschkunde aus?
Unser Wunschkunde ist ein Unternehmen – egal ob KMU oder Konzern – das die digitale Transformation nicht nur technisch, sondern auch menschlich angehen will. Besonders gut passen Betriebe, die ihren Mitarbeitenden aktiv Entwicklungsmöglichkeiten bieten möchten.
In welchen Branchen können Sie besonders gut Vorteile für Ihre Kunden erzielen?
Unsere Angebote richten sich bewusst an ein breites Spektrum – von Auszubildenden und Studierenden über Fach- und Führungskräfte bis hin zu ganzen Unternehmensabteilungen. Je nach Bedarf können wir Inhalte für Einsteiger:innen oder Fortgeschrittene skalieren. Besonders profitieren Unternehmen, die vor einer digitalen Transformation stehen oder diese aktiv gestalten wollen – sei es in der Produktion, Logistik oder Qualitätssicherung. Auch Organisationen aus Bildung, Politik und Forschung finden hier ein spannendes Testfeld für neue didaktische Konzepte und Innovationsformate.
Welche Referenzkunden nutzen besonders gut die Funktionen Ihrer Software?
Wir konnten bereits zahlreiche Partner überzeugen: darunter die IG Metall Bildungszentren, IGBCE, mehrere IHKs (Berlin, Ostbrandenburg), KMU wie MembraPure oder TS Systemfilter, aber auch Unternehmen wie die PSI Software SE oder die Findustrial GmbH. Auch mit Hochschulen wie der Ruhr-Universität Bochum oder der Stellenbosch University in Südafrika stehen wir im Austausch.
Was macht gerade Ihr Angebot einzigartig?
Das InTraLab kombiniert reale Demonstratoren wie Roboterarme mit simulierten Umgebungen (z. B. digitale Werkstücke) – daraus entstehen hybride Lernszenarien, die wir inhaltlich und didaktisch anpassen können. Unser didaktisches Framework basiert auf Mikro-, Meso- und Makroebene: von strategischer Rahmung über organisatorische Planung bis zur praktischen Durchführung. Gepaart mit Gamification, Szenariodidaktik und modernen Evaluationsverfahren ist das Lernen bei uns hoch individualisiert und dabei wissenschaftlich fundiert.
Wir verknüpfen technologische Tiefe mit didaktischer Exzellenz. Keine vorgefertigten E-Learnings, sondern adaptive Schulungen in einer echten Lernfabrik – das gibt es in dieser Kombination so kein zweites Mal.
Was machen Sie besser als andere?
Wir arbeiten mit echten Maschinen – nicht nur mit Simulationen – und gleichzeitig mit zukunftsorientierten Technologien wie AR und IIoT. Und wir denken Weiterbildung nicht aus dem Bauch, sondern aus der Wissenschaft. Dazu kommt: Wir sind schnell. Innerhalb weniger Tage können wir maßgeschneiderte Szenarien bereitstellen.
Welches Problem lösen Sie damit konkret?
Die betriebliche Weiterbildung ist oft zu langsam für den digitalen Wandel. Unsere Angebote schließen Kompetenzlücken, bieten klare Lernpfade und setzen auf innovative Didaktik. Die Teilnehmenden lernen durch Tun, nicht durch PowerPoint – sie agieren im Prozess, reflektieren, experimentieren. So wird Lernen wirksam.
Wie wollen Sie zukünftig am Markt wahrgenommen werden?
Als Innovationsmotor für digitale Weiterbildung. Wir wollen der Ort sein, an dem Menschen Digitalisierung erleben und nicht nur erklärt bekommen. Das InTraLab soll zum Synonym für transformative Bildung werden – offen, interdisziplinär, nachhaltig.
Welche Trends sehen Sie für die kommenden Jahre?
Personalisierung wird ein großes Thema – auch im Lernen. Wir denken darüber nach, wie man KI nutzen kann, um Lernpfade intelligenter und individueller zu gestalten. Außerdem wird die Verbindung von Mensch und Maschine auf neuen Ebenen relevant – sowohl im Technischen als auch im Pädagogischen.
Welche Rolle spielt dabei Künstliche Intelligenz?
KI spielt bei uns vor allem eine unterstützende Rolle: Lernpfade könnten durch KI personalisiert werden, Daten aus Schulungen könnten anonymisiert analysiert werden, um bessere Angebote zu gestalten. Wir forschen in diese Richtung.
Was bedeutet der Factory Innovation Award für Sie?
Das ist für uns ein großer Ansporn und zugleich eine Bestätigung. Eine riesige Anerkennung – gerade für unser kleines Team. Wir freuen uns, dass wir in der Kategorie „Weiterbildung – Digitale Transformation der Fabrik“ ausgezeichnet wurden. Es zeigt, dass wir mit unserem didaktischen und technologischen Ansatz auf dem richtigen Weg sind.
Wie können Unternehmen profitieren? An wen müssen sie sich wenden?
Unternehmen, die Transformation ernst meinen, finden in uns einen flexiblen, kreativen Partner mit Erfahrung. Auf unserer Website kann man mit uns Kontakt aufnehmen oder per E-Mail an malte.teichmann@wi.uni-potsdam.de. Wir sprechen dann über Ihre Ziele, Ihre Mitarbeitenden und wie wir gemeinsam ein passendes Schulungsprogramm entwickeln können.
Herr Teichmann herzlichen Dank für das Gespräch!
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