Verständliche und wertstiftene Produktdaten für Mensch, Maschine und KI

Vom Problem zur Lösung: Was war der Ausgangspunkt für den Bosch Semantic Stack?
Wir kennen das Problem aus eigener Erfahrung. Bosch betreibt über 230 Werke weltweit und hat selbst erlebt, was wir das Data-Growth-Paradox nennen: Unternehmen erzeugen heute mehr Daten als je zuvor, können aber immer weniger Wert daraus ziehen. Der Grund ist nicht die Datenmenge an sich, sondern die steigende Komplexität, die damit einhergeht.Jede neue Lösung, jede KI-Anwendung beginnt von vorn: Datenquellen suchen, mappen, harmonisieren. Das kostet Zeit und Budget, die für Innovation fehlen. Der Bosch Semantic Stack schafft ein gemeinsames Datenverständnis über den gesamten Produktlebenszyklus. Digitale Zwillinge sorgen dabei für die notwendige Transparenz, von Engineering über Produktion und Betrieb bis zum Recycling. Einmalig aufgebaut, beliebig wiederverwendbar. KI-ready in Wochen statt in Monaten.
Was macht Ihre Lösung einzigartig?
Drei Aspekte stechen hervor. Erstens: Wir beseitigen Datensilos und betrachten die Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Daten aus Engineering, Produktion, Betrieb und Recycling werden über Digitale Zwillinge verbunden. Zweitens: Wir setzen auf offene Standards wie IDTA, Asset Administration Shell, Eclipse ESMF und Catena-X. Drittens: Wir betreiben heute über 700 Millionen Digitale Zwillinge im industriellen Einsatz, validiert im Bosch-Produktionsumfeld.
Welche Rolle spielt KI für den Semantic Stack?
Der Semantic Stack ist die Voraussetzung dafür, dass KI in der Fertigung zuverlässig funktioniert. KI-Modelle sind nur so gut wie ihre Datenbasis. Wer fragmentierte, schlecht beschriebene Daten in ein Modell gibt, bekommt fragmentierte Ergebnisse zurück. Der Semantic Stack gibt Daten ihre einheitliche Bedeutung: Jeder Wert trägt seinen Kontext in sich. Das macht Daten KI-ready und ermöglicht KI-Agenten, fundierte Entscheidungen auf Basis verlässlicher Informationen zu treffen.

Wie gehen Sie mit Anforderungen an Schnittstellen und Integration um?
Das ist das Kernprinzip des Semantic Stack: Semantik vor Integration. Statt jedes System einzeln anzubinden, legen wir die Bedeutung der Daten einmal zentral ab. Danach kann jede neue Anwendung, jeder KI-Agent, jede Lösung sofort darauf zugreifen, ohne erneutes Mapping. Unsere Kunden berichten von bis zu 70 % geringeren Kosten für die Datenbereitstellung und 54 % weniger Aufwand bei der Datennutzung, basierend auf Erfahrungswerten aus realen Projekten.
Welchen konkreten Mehrwert können Kunden erwarten?
Der unmittelbare Effekt: Teams hören auf, dieselbe Arbeit mehrfach zu machen. Wer heute einen neuen Use Case aufsetzen will, ob KI-Anwendung, Produktpass oder Qualitätsreporting, greift auf dieselbe semantische Datenbasis zu. Das beschleunigt Entwicklung, reduziert technische Schulden und macht Daten skalierbar nutzbar. Bosch Mobility und Bosch Rexroth nutzen den Semantic Stack bereits, um Produktdaten von Millionen von Produkten über Digitale Zwillinge zugänglich zu machen. Der Wert liegt nicht in einer einzelnen Anwendung, sondern darin, dass jede weitere Anwendung günstiger und schneller wird als die vorherige.
Wie sehen Sie die Smart Factory in fünf Jahren?
Die Fabrik der Zukunft wird nicht von einer einzelnen Software gesteuert, sondern von einer intelligenten Zusammenarbeit: Menschen, Maschinen und KI-Agenten treffen gemeinsam operative Entscheidungen. Möglich wird dies durch Manufacturing Co-Intelligence®, die tiefgehendes Produktions-Know-how mit intelligenter Software verbindet, um so operative Exzellenz zu schaffen. Der Bosch Semantic Stack ist dabei das Datenfundament, auf dem diese Intelligenz aufbaut. Wer heute in semantische Datenkompetenz investiert, hat morgen den entscheidenden Vorteil bei der Skalierung von KI-Agenten und neuen Geschäftsmodellen über den gesamten Produktlebenszyklus.

Was bedeutet die Auszeichnung beim Factory Innovation Award für Sie?
Eine Bestätigung, dass das Problem real ist und unsere Antwort darauf überzeugt. Sie zeigt auch, dass ein produzierendes Unternehmen wie Bosch mehr leisten kann als operative Exzellenz in der Fertigung. Mit tiefem Fertigungs-Know-how und dem Anspruch, vom Leitanwender zum Leitanbieter zu werden, haben wir Software entwickelt, die Digitale Zwillinge in industriellem Maßstab nutzbar macht. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Und es zeigt, dass semantische Dateninfrastruktur in der Branche angekommen ist.
Stellungnahme der Jury
Semantic Stack als zentrale Datengrundlage
Semantisches Datenmodell harmonisiert verteilte Daten über Systeme, Standorte und den gesamten Produktlebenszyklus und schafft einen einheitlichen, nutzbaren Digitalen Zwilling auf Basis offener Standards (Verwaltungsschale / IDTA).
Dramatische Kosteneinsparungen
70 % Einsparung bei der Datenbereitstellung und 50 % bei der Datennutzung sowie eine bis zu dreimal höhere Antwortqualität von KI-Systemen – dank effizienter Harmonisierung und zentralem Zugriff.
KI-ready mit industrieller Praxisstärke
700 Millionen betriebene Digitale Zwillinge, tiefes Know-how aus der eigenen Fertigung und sofort einsetzbare, strukturierte Daten für KI-Anwendungen und neue Services.
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