Siemens AG, Gerätewerk Amberg (GWA) mit der „Heldenreise“
Mit rund 1.600 Mitarbeitenden fertigt das Siemens Gerätewerk Amberg an den Standorten Amberg und Cham Produkte für die industrielle Schalttechnik. Mit der „Heldenreise“ wurde ein ganzheitliches Schulungs- und Transformationsprogramm etabliert, das Mitarbeitende dabei unterstützt, Transformation erfolgreich zu meistern.

Erzählen Sie uns bitte mehr über die „Heldenreise“ – was verbirgt sich dahinter?
Die „Heldenreise“ ist ein ganzheitliches Transformations- und Schulungskonzept, das den Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellt. Sie ergänzt technisches Fachwissen durch gezielte Transformationsbegleitung, stärkt den Umgang mit Veränderung und schafft eine gemeinsame Sprache für Orientierung und Zusammenarbeit. Gleichzeitig ist das Programm speziell auf die Anforderungen der Fertigung ausgelegt und ermöglicht wirksame Transformation auch unter Schichtbetrieb und Produktionsdruck.
Warum haben Sie die „Heldenreise“ entwickelt?
Rasanter Technologiewandel, volatile Auftragslagen, wachsende digitale Anforderungen und der demo- grafische Wandel verändern Arbeitsplätze tiefgreifend und verunsichern die Belegschaft. Kann Mitarbeitende überfordern und beeinträchtigt die Fähigkeit der Organisation, Veränderungen schnell und wirksam zu meistern. Mit unserer „Heldenreise“ erhalten Mitarbeitende eine professionell hergeleitete Transformationsbegleitung, die Fachschulungen ergänzt und sie gezielt auf kommende Anforderungen vorbereitet.
Was macht die „Heldenreise“ einzigartig?
Einzigartig an unserer Lösung ist, dass wir Weiterbildung nicht nur als Vermittlung von Fachwissen verstehen, sondern als ganzheitliche Transformationsbegleitung. Mit der „Heldenreise“ haben wir ein Schulungskonzept geschaffen, das Technologie, Mindset und Praxis miteinander verbindet und nahezu alle Mitarbeitenden ein- bezieht – unabhängig von Vorkenntnissen, Funktion oder Arbeitsplatz. Das Programm kann zudem trotz Schichtbetrieb, Produktionsdruck und sehr unterschiedlicher Arbeitszeitmodelle im laufenden Werk umgesetzt werden.
Welche Rolle hat das eigene Team beim Erfolg gespielt?
Das Team war ein entscheidender Erfolgsfaktor unserer Heldenreise. Von Anfang an wurden Mitarbeitende, Führungskräfte, Personalorganisation und der Betriebsrat aktiv in die Entwicklung eingebunden. Dadurch ist es gelungen, ein Schulungskonzept zu schaffen, das nicht nur inhaltlich überzeugt, sondern auch im Alltag eines hochdynamischen Werkes wirklich funktioniert.

Was war Ihr größtes Learning aus der Umsetzung des Projekts?
Unser größtes Learning war, dass solch umfangreiche Lösungen nur im Livebetrieb und gemeinsam im Team erfolgreich umgesetzt werden können. Entscheidend ist ein kurzzyklischer, gut funktionierender KVP-Prozess, der alle relevanten Stakeholder konsequent einbindet und kontinuierliche Anpassungen ermöglicht.
Worauf sind Sie heute am meisten stolz?
Am meisten stolz sind wir auf die Schnelligkeit unserer Umsetzung: In nur einem Jahr haben wir eine so umfangreiche Transformationsbegleitung auf den Weg gebracht. Mit unserer „Heldenreise“ ist eine einzigartige Schulungsinitiative entstanden, die nahezu alle Mitarbeitenden erreicht und Weiterbildung ganzheitlich denkt. Besonders wertvoll ist für uns die gemeinsame Sprache, die dabei entstanden ist und die im Werk bereits gelebt wird. Genau diese nachhaltige Wirkung macht das Projekt für uns so besonders.
Stellungnahme der Jury
Ganzheitlicher „Heldenreise“-Ansatz
Ein inspirierendes Weiterbildungskonzept, das Fachwissen mit persönlicher Entwicklung verbindet. Mitarbeitende aller Ebenen werden aktiv einbezogen, Ängste abgebaut und eine gemeinsame Sprache für die Transformation geschaffen – ergänzend zu reinen Fachschulungen.
Starke Mensch- und Kulturzentrierung
Mit Metaphern wie Heldenreise, Biene und Fliege wird Change Management erlebbar gemacht. Das Konzept fördert Team-Building, Resilienz in der VUCA-Welt und die Entwicklung einer selbstlernenden Organisation – direkt im Dreischichtbetrieb umgesetzt.
Hohe Praxiswirksamkeit und Übertragbarkeit
Mit hohem Investitionsaufwand im eigenen Werk realisiert, führt es zu spürbar weniger Reibungsverlusten bei Transformationen. Bewusst ohne harte KPIs, aber mit klar erkennbarer Verhaltensänderung – ein vorbildliches Anwenderprojekt, das auf andere Unternehmen übertragbar ist.
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