Monitor ist ein familiengeführtes Unternehmen mit einer über 40-jährigen Geschichte. Sein Fokus liegt auf dem produzierenden Gewerbe, für das es eine umfangreiche ERP-Lösung im Angebot hat. Über sein Heimatland Schweden hinaus, in dem es Marktführer ist, wird das System in über 30 weiteren Ländern in Europa und Asien genutzt. Von den weltweit etwa 5000 Kunden stammen auch viele aus Deutschland, wo Monitor seit vielen Jahren in den unterschiedlichsten Produktionsbereichen aktiv ist. Factory Innovation sprach mit dem CEO von Monitor ERP System, Tomas Blomberg.
Herr Blomberg, was sind die Ziele der Monitor ERP GmbH?
Unser Ziel war schon immer, unsere Kunden dabei zu unterstützen in allen Unternehmensbereichen besser zu werden und bereit für die Zukunft zu sein. Vor allem ging es immer darum, durch Digitalisierung in der Produktion effizienter zu werden, Kosten einzusparen und bessere Qualität abzuliefern. In den letzten Jahren gab es zunehmend Bedarf durch Regularien sowie aus gesellschaftlichem Interesse, mehr Aufmerksamkeit auf Nachhaltigkeit zu legen. Wir unterstützen unsere Kunden verstärkt, auch hier den Grundstein für eine erfolgreichere und grünere Zukunft zu legen.
Welche drei Worte beschreiben die Unternehmensgeschichte am besten?
Langfristig: Wir sind familiengeführt und haben schon immer viel Wert darauf gelegt, nachhaltige und sinnvolle Ziele und Geschäftsbeziehungen zu verfolgen, statt kurzfristig rein gewinnorientiert von Quartal zu Quartal zu denken.

„Down to earth“: das sagt man den Menschen in Schweden bzw. Skandinavien bekanntermaßen nach. Aber auch als Unternehmen wissen wir, wo wir herkommen. Die Geschichte begann in einer kleinen Stadt, wo wir noch heute unseren Hauptsitz haben, und unser erster Kunde bezahlte uns mit zwei Schneemobilen, was eine recht lustige Anekdote ist. Heute sind wir Marktführer in Schweden und haben Kunden in der ganzen Welt. Trotz dieser Erfolge wissen wir, dass es auf harter Arbeit basiert, die es stets zu verbessern gilt. Diese Bescheidenheit haben wir uns stets bewahrt und erinnern auch immer neue Mitarbeiter an diese Tugenden und unsere Herkunft.
Committed: Ohne das große Engagement aller Mitarbeiter für das Produkt und die Kunden wären die bisherigen Erfolge nicht möglich gewesen. Wir stehen immer voll hinter dem, was wir tun, und sorgen dafür, dass alles funktioniert, egal ob bei Neu- oder Bestandskunden. Dies trifft aber auch auf unsere Kunden zu. Unser erster Kunde aus dem Jahr 1982 ist noch immer bei uns und noch immer mit Elan bei der Sache.
Was gefällt Kunden an Ihrem Produkt besonders gut?
Unsere User mögen die einfache und intuitive Bedienung. Das System ist standardisiert, aber bietet dennoch genügend Raum, sich an die unterschiedlichsten Anforderungen und Branchen anzupassen. Die Firmen schätzen sehr die hohe Zuverlässigkeit der Projekte in Bezug auf Dauer und Kosten. Auch nach Einführung wird der schnelle und unkomplizierte Kundensupport gerne genutzt und gelobt. Aber auch ohne Support ist es nach Einführung sehr einfach für den Kunden möglich, selbst Änderungen im System vorzunehmen.
Was war die größte Neuerung in Ihrem System in den letzten Jahren?
Was das Thema Nachhaltigkeit ist das zentrale Element die Berechnung des CO2-Ausstoßes auf Komponentenebene. Hier ist es möglich, bei einer Stückliste Daten manuell hinzuzufügen oder automatisch aus dem Ergebnis des letzten Jahres zu übernehmen. Der Prozess ist analog zu einem normalen Budgetverfahren, nur dass jetzt CO2-Emissionen als Währung verwendet werden. Zusätzlich können auch die Anteile für den Energieverbrauch in der Produktion und den Transport hinzugefügt werden.
Auch waren Integrationen zu CAD-Systemen, Lagerautomaten, Hochregallagern, Speditions- und Transportsystemen und sonstiger Software ein großer Fortschritt für uns und unsere Kunden auf dem Weg zur Industrie 4.0.
Wie stellen Sie eine schnelle Implementierung des Systems sicher und was sollte Ihr Kunde dazu beitragen?
Wir verfügen über ein Standardsystem, für das normalerweise keine Anpassungen angedacht sind,. Daher gestaltet sich die Installation bereits weniger schwierig, als zuvor vom Kunden erwartet wird. Auch bringen wir aus den letzten 40 Jahren sehr viel Erfahrung aus Projekten ein und haben alles bedacht und unsere Prozesse stetig angepasst. Auch gibt es mit unserer sogenannten „Monitor Academy“ umfangreiche Onlinekurse und -hilfe. Diese bietet während und nach der Einführung eine umfangreiche Unterstützung bei der Bedienung des Systems an. Ein Einführungsprojekt dauert in der Regel drei bis sechs Monate.
Wir unterstützen den Kunden stets bei allen Schritten. Im Speziellen kann der Kunde aber natürlich auf den schnellen Ablauf des Projektes einwirken, indem er fleißig in unserer Academy am Ball bleibt und in Abstimmung mit uns auf die Datenqualität achtet, bevor in das neue ERP migriert wird.
Wie sieht Ihr Wunschkunde aus (Branche, Bereich, Größe)?
Kleine und mittelständische Produktionsunternehmen, gerade aus der Einzel- und Lohnfertigung können sehr von uns profitieren. Die gängigsten Branchen sind Metall, Elektronik, Kunststoff, Maschinenbau und Holzverarbeitung. Unsere Kunden möchten gerne einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz haben. Auch sind die Kunden sehr kostenbewusst und legen Wert auf Effizienz.

Was macht gerade Ihr Angebot so einzigartig?
Wir sind ursprünglich aus einem Produktionsunternehmen entstanden und sprechen daher die Sprache unserer Kunden. Die bereits erwähnten Attribute beim Thema langfristiger Orientierung und Bodenständigkeit werden heutzutage von immer weniger Unternehmen gelebt. Speziell im ERP-Bereich ist die Betreuung bei einem großen Anbieter längst nicht so umfangreich und persönlich wie bei uns. Dies spiegelt sich auch bei den Einführungsprojekten wider.
Was sind dabei die konkreten Vorteile für Ihre Kunden und wie können sie von Projekten mit Monitor profitieren?
Das Standardsystem und die intensive Betreuung führen in Kombination zu kurzen Einführungsprojekten, sodass die Abläufe sehr schnell funktionieren und praktisch angewandt werden können. Dies führt zum einen dazu, dass die Kosten für die Einführung überschaubar bleiben, aber auch die Einsparungen durch das neue ERP schon früher greifen.
Insgesamt bedeutet ein Projekt mit uns mehr als nur eine Software-Implementierung, es betrifft auch allgemeine Prozesse in verschiedenen Unternehmensbereichen, wie z. B. der Transparenz der Lieferkette und allgemeiner Vor- und Nachkalkulation in der Produktion.
Durch unsere umfangreichen Integrationen sind unsere Kunden darüber hinaus für alle Trends aus den Bereichen der digitalen Fabrik und Industrie 4.0 vorbereitet. Auch bei Abschluss des Projektes sind weiterhin Verfeinerungen und tiefere Integrationen möglich.
Was sind die Ziele der Monitor ERP GmbH?
Zukünftig in Deutschland mehr am Markt wahrgenommen werden und wachsen. Hier sind wir bereits mit dem Partnerunternehmen 5CUBE präsent, das über viel Projekterfahrung verfügt und haben darüber hinaus vor Kurzem eine Niederlassung in Düsseldorf gegründet. Wir sind also gerüstet für viele neue Projekte.
Was das Produkt angeht, werden wir noch mehr Funktionen im Bereich Nachhaltigkeit entwickeln und zu einer noch umweltfreundlicheren Produktion beitragen. Auch unsere Kunden sollen für alle kommenden EU-Regularien gewappnet sein, indem der CO2-Fußabdruck noch transparenter ausgewiesen werden kann.

Welchen Eindruck haben Sie von der diesjährigen Hannover Messe?
Wir waren zum ersten Mal da und waren wirklich sehr beeindruckt. Die Hannover Messe ist ohne Frage die weltweite Leitmesse der Industrie. Hier werden Trends gesetzt und wir möchten hier definitiv auch in Zukunft verstärkt vertreten sein.
Wie wird sich der Mittelstand im produzierenden Bereich entwickeln?
Die Rahmenbedingungen sind aktuell natürlich nicht die Einfachsten. Aber der deutsche Mittelstand hat schon viele Krisen erlebt und in den letzten Jahrzehnten schon einigen Umwälzungen mitgemacht und sich vielen veränderten Bedingungen gestellt. Doch stets konnte sich schnell angepasst werden und Herausforderungen gemeistert werden. Flexibilität und Kreativität sind hierbei stets entscheidend gewesen, um neue Wege zu finden und mit neuen Herausforderungen umzugehen. Zunehmende Digitalisierung im Produktionsumfeld kann dabei helfen, mit Personalknappheit umzugehen und auch die Abläufe noch kostensparender zu gestalten.
Wenn alle Maschinen und Systeme in der Fabrik zu 100 Prozent miteinander verbunden sind und kommunizieren, gibt es noch sehr viel Potential in Deutschland, um weltweit noch wettbewerbsfähiger zu sein. Auch die Anwendung von KI ist, wenn überhaupt, erst am Anfang in den meisten Unternehmen. Nicht zuletzt die dadurch gesammelten Daten können dem Management dazu verhelfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und Abläufe noch häufiger als bisher zu hinterfragen und anzupassen. Selbstverständlich kommen auch wir hier ins Spiel.
Was hat Ihnen beim Wettbewerb „Factory Innovation Award“ besonders gut gefallen?
Die Veranstaltung war top organisiert und auch die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten gestaltete sich super angenehm.
Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie?
Es ist eine sehr große Ehre, von einer solch kompetenten Fachjury ausgezeichnet zu werden. Speziell für uns ist es eine sehr großartige Möglichkeit, unsere Sichtbarkeit in Deutschland noch zu verstärken. Aber auch international färbt eine Auszeichnung aus Deutschland auch immer auf unsere Standorte im Ausland ab. Ein gewonnener Preis in Deutschland ist eben wie das Siegel „Made in Germany“ nach wie vor hoch im Kurs und hilft weltweit dabei, Aufmerksamkeit und Vertrauen zu gewinnen.
Herzlichen Dank für das Gespräch, Herr Blomberg!
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