Industrie digital und resilient aufstellen

SIBB: KI, Cybersicherheit und Infrastruktur gemeinsam in die Anwendung bringen
08.10.2026
Lesedauer:  3 Minuten
Digitale Technologien stärken die industrielle Wertschöpfung, wenn Innovation, Sicherheit und Resilienz gemeinsam gedacht werden.

Brandenburg schafft neue Voraussetzungen für die digitale Wirtschaft. Mit einer KI-Strategie für Unternehmen, der ersten Cybersicherheitsstrategie des Landes, der gemeinsamen Erarbeitung einer neuen Digitalstrategie sowie Investitionen in Rechenzentren und digitale Infrastruktur werden zentrale Rahmenbedingungen für die weitere Transformation geschaffen.

Für den industriellen Mittelstand entscheidet sich der Erfolg dieser Entwicklung jedoch nicht auf dem Papier, sondern in der betrieblichen Anwendung. Unternehmen müssen neue Technologien in bestehende Strukturen integrieren, digitale Kompetenzen aufbauen und gleichzeitig dafür sorgen, dass ihre Systeme und Prozesse sicher und resilient bleiben.

Mehr Digitalisierung verlangt mehr Resilienz

Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und digitale Transformation wachsen dabei zunehmend zusammen. Mit der stärkeren Digitalisierung und Vernetzung von Unternehmen entstehen neue Möglichkeiten, gleichzeitig aber auch neue Abhängigkeiten und Anforderungen an die Sicherheit.

Für Unternehmen bedeutet das: Technologische Innovation und Cybersecurity können nicht nacheinander gedacht werden. Sicherheit und Resilienz müssen Teil der digitalen Transformation sein – gerade dort, wo digitale Technologien für Wertschöpfung und betriebliche Abläufe immer wichtiger werden.

Wie eng diese Fragen miteinander verbunden sind, zeigte sich auch bei drei Fachveranstaltungen im September, an denen der SIBB beteiligt war. Der IT-Sicherheitstag Mittelstand Berlin-Brandenburg stellte Cybersicherheit, Resilienz und regulatorische Anforderungen in den Mittelpunkt. Beim KI-Tag der Brandenburgischen Wirtschaft ging es um den praktischen Einsatz Künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Der Brandenburger Digitaltag x Wildauer Verwaltungstag wiederum brachte Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zusammen.

Die Veranstaltungen beleuchteten unterschiedliche Seiten derselben Transformationsaufgabe: Neue Technologien müssen nicht nur verfügbar sein. Unternehmen müssen sie sicher, sinnvoll und wirtschaftlich einsetzbar machen.

Technologietransfer in den Mittelstand

Gerade kleine und mittlere Unternehmen verfügen nicht immer über eigene Ressourcen, um neue Technologien umfassend zu bewerten und zu erproben. Hier setzt der European Digital Innovation Hub (EDIH) pro_digital an, an dem der SIBB als Partner beteiligt ist.

Der EDIH unterstützt Unternehmen dabei, digitale Technologien kennenzulernen, Innovationen zu erproben und Digitalisierungsvorhaben umzusetzen. Beratungs-, Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote schaffen Zugang zu Know-how, Technologien und geeigneten Partnern.

Dr. Christian Herzog, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam, sieht insbesondere beim Thema Künstliche Intelligenz noch Handlungsbedarf: „Entscheidend ist, dass die Digitalisierung auch in der Breite der Wirtschaft ankommt. Bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz besteht insbesondere in Ostdeutschland noch Aufholbedarf. Unterstützungsangebote wie der EDIH können hierfür definitiv einen wichtigen Beitrag leisten.“

Für den Standort spielen die Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. Brandenburg investiert in digitale Infrastruktur und schafft nach Aussage der Landesregierung Rahmenbedingungen für den Ausbau von Rechenzentrumsstandorten und europäische Datensouveränität. Gleichzeitig sollen digitale Kompetenzen gestärkt werden.

Aus Technologie muss Wertschöpfung werden

Für Sinan Arslan, Geschäftsführer des SIBB e. V., liegt die entscheidende Aufgabe deshalb im Transfer: „Jetzt gilt es, Unternehmen auf diesem Weg mitzunehmen. Genau das ist unser Auftrag als SIBB: Wir vernetzen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung, schaffen Zugang zu Wissen und begleiten Unternehmen dabei, neue Technologien erfolgreich einzusetzen.“

Dabei geht es nicht allein darum, technologischen Fortschritt schneller in Unternehmen zu bringen. Digitalisierung muss auch beherrschbar bleiben. „Ob Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit oder digitale Verwaltung – Transformation gelingt dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und gemeinsam Lösungen entwickeln“, so Arslan.

Für die industrielle Transformation ergibt sich daraus eine klare Aufgabe: Digitale Infrastruktur schafft die Basis, KI eröffnet neue Möglichkeiten und Vernetzung beschleunigt den Wandel. Dauerhaft wettbewerbsfähig werden Unternehmen aber nur dann, wenn aus technologischer Innovation sichere und resiliente Wertschöpfung entsteht.

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