IoT-Projekte

KI-gestützte Orchestrierung von Maschinendaten: SMART IOT

Im Gespräch mit Thomas Blöchl, Managing Director & COO, T.CON GmbH & Co. KG
12.05.2025 - von Redaktion FI
Lesedauer:  5 Minuten

Herr Blöchl, Was sind die Ziele von T.CON?

Wir nutzen innovative Softwareprodukte und modernste Cloud-Technologie, um unsere Kunden aus der produzierenden Industrie zum Vorreiter in Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu machen. Unsere ERP und MES-Lösungen sind langfristig gedacht und schaffen echten Mehrwert.

Warum engagiert sich T.CON so im Bereich KI-gestützte Datenanalyse in der Fertigung? Ist das nicht ein Spezialthema?

Unsere Philosophie ist es, Fertigungsprozesse immer ganzheitlich zu betrachten – End-to-End statt Insellösungen. Das bringt nachweislich den größten Mehrwert. Die cloudbasierte SAP-Systemwelt eröffnet hier enorme Potenziale. Ist ein Prozess digitalisiert, ist KI der logische nächste Schritt – für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit in der Produktion.

Thomas Blöchl, Managing Director, COO
Thomas Blöchl, Managing Director, COO bei T.CON © T.CON

Was genau verstehen Sie dabei unter Systemoffenheit, wenn Sie gerade von einer SAP-Systemwelt gesprochen haben?

SMART IOT ist aus der SAP-Welt heraus entstanden und bietet enorme Vorteile bei der nahtlosen Integration von ERP- und Maschinendaten – technologisch wie in der Usability. Dennoch ist unsere Lösung systemoffen: Auch Unternehmen ohne SAP-Systeme können SMART IOT nutzen. Sie greifen auf dieselbe Benutzeroberfläche zu, nur die technische Anbindung unterscheidet sich. Bei Bedarf unterstützen wir dabei beratend.

Welche Produkte oder Leistungen sorgten für den Durchbruch von T.CON?

Das war vor >25 Jahren die Entwicklung von MES CAT. Was uns dabei übrigens bis heute auszeichnete, war unsere Expertise und Nähe zu produzierenden Unternehmen. Und unsere gemeinschaftliche Entwicklung zusammen mit dem Kunden.

Was gefällt Kunden an Ihrem Produkt besonders gut?

Die Tatsache, dass es zwar standardisiert, aber trotzdem kein System von der Stange ist. Unsere Kunden haben vollkommene Freiheit bei der Einbindung von Datenarten, Analysemöglichkeiten und der Abbildung der eigenen Fertigungsprozess-Variablen. Es ist zudem out of the box einsatzbereit und skalierbar.

Welchen Kundennutzen können Sie mit Ihrer Funktionalität für Ihre Kunden sicherstellen?

SMART IOT ermöglicht die Speicherung und Analyse von Produktionsdaten – auch werksübergreifend in heterogenen IT-Landschaften. Besonders stark ist die Lösung in der Echtzeitanalyse: Werker erhalten während der laufenden Produktion Prognosen, z. B. zur Entwicklung von Parametern oder zur Vermeidung fehlerhafter Chargen. So lassen sich Erkenntnisse schneller gewinnen und Potenziale für Effizienz und Kosteneinsparung gezielt nutzen.

Was war die größte Neuerung in Ihrem System in den letzten Jahren?

Da SMART IOT relativ neu auf dem Markt ist, kann ich diese Frage nur indirekt beantworten. Aktuell ist das Produkt gut so, wie es ist. Aber wir arbeiten mit Hochdruck an immer mehr KI-gestützten Funktionen. Meistens übrigens inspiriert von direkten Kundenanforderungen. Also direkt aus der Praxis geboren.

Welche Bedeutung nimmt SMART IOT in der vernetzten Fabrik ein?

SMART IOT spielt eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung großer, heterogener Datenmengen in komplexen Fertigungsumgebungen. Es ermöglicht eine effiziente, KI-gestützte Analyse in Echtzeit – auch über mehrere Standorte hinweg mit unterschiedlichen Systemlandschaften. So wird Vergleichbarkeit und Optimierung im gesamten Shopfloor möglich.

Digitaler Zwilling: Wo sollte man anfangen und wann kann man mit echten Vorteilen rechnen? Wie sehen diese aus?

Nun, Digital Twins sind ja zur virtuellen Echtzeitdarstellung der physischen Fertigungs-Welt gedacht, was die Abbildung ganzer Anlagen angeht. SMART IOT kann dieses digitale Abbild durch eine 360 Grad Datensicht zu den gefertigten Produkten ergänzen.

Das sind sicher hohe Investitionen für so ein mächtiges Tool. Wie rechnet sich das?

Wir haben SMART IOT nicht nur technisch offen und optimal skalierbar entwickelt, sondern sind auch überzeugt, dass sich der Wert immens schnell im täglichen Einsatz rentiert.

Was sollte Ihr Kunde dazu beitragen?

Wir müssen natürlich ein paar technische Informationen zu den gewünschten Datenanbindungen haben, und vielleicht noch ein paar Rechteeinstellungen angepasst werden. Aber der Aufwand ist sehr überschaubar.

Wie sieht Ihr Wunschkunde aus?

Wenn der Kunde eine Fertigung hat und sich mit dem Bereich der data driven manufacturing optimization befasst, ist er grundsätzlich richtig bei T.CON und unserem SMART IOT. Es gibt keine Einschränkungen für bestimmte Fertigungsbereiche, Länder oder Größenordnungen.

In welchen Branchen können Sie besonders gut Vorteile für Ihre Kunden erzielen?

Smart IoT eignet sich besonders für Unternehmen mit komplexen Maschineneinstellungen, wechselnden Produkten (entsprechend mehr Parameter) und Spezialmaschinen (Sonderanfertigungen)

Was macht gerade Ihr Angebot so einzigartig?

Systemoffenheit, Skalierbarkeit, MES-Nähe, Echtzeitdaten-Anbindung, Echtzeit-Analyse, Verbindung der IT/OT-Datenwelten

Was machen Sie besser als der Markt?

Viele Wettbewerber kommen aus der Prozessleitsysteme- (also SCADA) und eben nicht aus der MES-Welt. Alleine dadurch sind wir alleine technologisch näher dran an der Fertigungsausführung. Hinzu kommt unsere Systemoffenheit und Unabhängigkeit von bestimmten Daten- und Maschinentypen

Was sind die Ziele von SMART IOT?

KI wird langfristig einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Wir werden sehen, zu welchen festen Produktfeatures wir dank Kundenfeedbacks aus der Praxis kommen. Die Möglichkeiten sind schier endlos, und der Nutzen der Kunden für solche Datenanalysen ist es genauso.

Was hat Ihnen beim Wettbewerb „Factory Innovation Award“ besonders gut gefallen?

Es ist ein renommierter Award und ein angenehm unkomplizierter Teilnahmeprozess. Es geht direkt um die Sache. Und es wird knallhart bewertet. Wer hier unter den Top 3 in seiner Kategorie steht, kann das durchaus mit Stolz tragen.

Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie?

Die Bestätigung einer neutralen Jury zu einem neuen Produkt zu bekommen ist nicht nur gut für unser Selbstverständnis, sondern wird uns auch helfen, potenzielle Kunden davon zu überzeugen, sich SMART IOT einmal anzuschauen.

Wie können Unternehmen von Ihrem Produkt profitieren und an wen müssen sie sich wenden?

Auf www.tcon.com finden Sie mehr Informationen zu unserem Produkt und auch direkte Kontaktmöglichkeiten.

Herr Blöchl, herzlichen Dank für das Gespräch!


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