Technologien

Lizenzfreies ERP für den Mittelstand – vernetzt, vereinfacht

Im Gespräch mit Hilmar Brodner, SYNERPY GmbH-Geschäftsführer und ti4f GmbH
21.05.2025 - von Redaktion FI
Lesedauer:  3 Minuten

Was genau macht SYNERPY?

Der Name SYNERPY steht für Synergie im ERP-Bereich – wir bieten ein lizenzfreies ERP für den Mittelstand. Viele Unternehmen haben sehr ähnliche Anforderungen – warum also jedes Mal bei null anfangen? Unsere Idee ist, dass eine Lösung, die bei einem Unternehmen bereits erfolgreich im Einsatz ist, als Basis für weitere dient. Die neuen Kunden profitieren von einer bewährten Entwicklung, während die ursprünglichen Unternehmen durch kostenfreie Weiterentwicklung und Pflege gewinnen. Mit über tausend betreuten Kunden lässt sich dieses Modell hervorragend skalieren.

Hilmar Brodner, SYNERPY GmbH
Hilmar Brodner © SYNERPY GmbH

Was ist das Ziel dahinter?

Unsere Mission ist es, dem Mittelstand ein leistungsfähiges ERP-System lizenzkostenfrei bereitzustellen. Software lässt sich beliebig oft kopieren – das nutzen wir, um ein Produkt mit Millionenwert ohne Lizenzkosten zugänglich zu machen. Unser Ziel ist, dass Unternehmen dieses Potenzial erkennen, sinnvoll einsetzen und echten Mehrwert daraus ziehen.

Wie hat sich SYNERPY entwickelt?

Seit fast 25 Jahren verfolgen wir unser Ziel – und das mit Erfolg. Unser ERP-System AvERP wurde in nahezu allen Branchen eingeführt und ist dadurch besonders vielseitig. Ergänzt wird es heute durch ein eigenes DMS, mobile Apps für Außendienst und Lager, BI-Module, Webportale, Workflows und individuelle Kundenlösungen. So ist ein umfassendes Ökosystem entstanden.

Was schätzen Ihre Kunden an AvERP?

Wir haben AvERP selbst entwickelt – von der ersten Codezeile an. Dadurch sind wir extrem flexibel und können individuelle Anforderungen schnell und tiefgreifend umsetzen. Ein eigenes Framework hilft uns dabei, Erweiterungen effizient einzubinden. Unsere Kunden erleben dadurch maßgeschneiderte Lösungen statt starrer Standardsoftware.

Welchen konkreten Nutzen haben Ihre Kunden?

Wir automatisieren Geschäftsprozesse, steigern die Transparenz und verringern Fehler durch weniger manuelle Eingaben. Mitarbeitende profitieren von einer spürbaren Arbeitsentlastung.

Gibt es ein aktuelles Highlight aus der Entwicklung?

Mit AvERP-Vision haben wir ein modernes Browser-Interface entwickelt, das den Zugriff von überall ermöglicht – für mehr Mobilität und Flexibilität.

Wie nutzen Sie neue Technologien wie den digitalen Zwilling?

In Zusammenarbeit mit der ti4f GmbH ist es uns gelungen, den Prozess vom CAD-Modell bis zum fertigen Arbeitsplan in der zerspanenden Produktion fast vollständig zu automatisieren. Was früher bis zu zwei Wochen dauerte, schaffen unsere Kunden nun in zwei Tagen – inklusive Plausibilitätsprüfung des Modells. Das spart nicht nur Zeit, sondern verhindert teure Fehler.

AvERP Prozessübersicht © SYNERPY GmbH

Wie sieht Ihre Kundenlandschaft aus?

Wir arbeiten bewusst branchenübergreifend. Denn auch wenn Prozesse auf den ersten Blick verschieden wirken, sind die Kernanforderungen meist ähnlich. Und weil AvERP so flexibel ist, lassen sich branchenspezifische Felder einfach ergänzen.

Was macht Ihr Angebot einzigartig?

Unser ERP-System ist lizenzkostenfrei – bei gleichzeitig hohem Anpassungsgrad und professionellem Support. Das senkt das Investitionsrisiko erheblich. Unternehmen können klein starten und dann bedarfsgerecht erweitern – ohne hohe Einstiegskosten.

Welche Rolle spielt die Hannover Messe für Sie?

Die Messe bietet uns die Möglichkeit, uns international zu präsentieren. Obwohl unser Fokus auf der DACH-Region liegt, sind wir bereits in vielen europäischen Ländern aktiv – und das wollen wir in Zukunft weiter ausbauen.

Herr Brodner, herzlichen Dank für das Gespräch!


Das könnte Sie auch interessieren

R-Grading in Factory-X: Infrastruktur für Zirkularität

R-Grading in Factory-X: Infrastruktur für Zirkularität

Daten als Schlüssel für langlebige Maschinen und Komponenten
Gebrauchte Maschinenkomponenten werden heute oft noch nach Erfahrung statt auf Basis valider Daten weiterverwendet, repariert, aufgearbeitet oder recycelt. Der sichere Austausch von Nutzungs- und Zustandsdaten entlang der gesamten Wertschöpfungskette ermöglicht fundierte R-Entscheidungen, schafft Transparenz entlang der Wertschöpfungskette und unterstützt eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft mit mehr Effizienz und weniger Materialverlust.
Plug&Play für Produktionsmodule – geht das?

Plug&Play für Produktionsmodule – geht das?

MTP als Potential für die Produktion
MTP verspricht mehr als eine vereinfachte Maschinenintegration: Produktionsmodule sollen ihre Funktionen und Schnittstellen standardisiert und maschinenlesbar bereitstellen – ähnlich wie Plug & Play in der Bürowelt. Doch wie schnell lässt sich die Technologie erlernen und praktisch einsetzen? Ein Bildungsexperiment an der Hochschule Pforzheim liefert überraschende Erkenntnisse und zeigt das Potenzial von MTP für den Maschinen- und Anlagenbau.
Der neue Kollege im Shopfloor

Der neue Kollege im Shopfloor

KI-Assistenzsysteme stärken Fachkräfte im Mittelstand
Viele mittelständische Produktionsunternehmen können ihre Fertigung noch nicht vollständig automatisieren. Gleichzeitig eröffnen Fortschritte in Robotik und KI neue Möglichkeiten, Prozesse schrittweise intelligenter und flexibler zu gestalten. Intelligente Mensch-Technik-Systeme verbinden die Erfahrung und Kompetenz der Mitarbeitenden mit digitalen Assistenzsystemen direkt am Shopfloor. Sie unterstützen bei komplexen Aufgaben, erleichtern den schnellen Zugang zu Wissen und helfen dabei, Fehler zu vermeiden. So lassen sich Produktivität und Qualität steigern – auch in gewachsenen Produktionsumgebungen, in denen eine vollständige Automatisierung nicht wirtschaftlich oder technisch sinnvoll ist.
Smarte Produktion sicher vernetzt

Smarte Produktion sicher vernetzt

OT‑Security als Fundament digitaler Industrieinnovationen
Die Smart Factory verspricht immense Potenziale bei Automatisierung und Kostenkontrolle. Doch die vernetzte Produktion bringt auch neue Cyber-Risiken mit sich. Wie Maschinen und IIoT-Plattformen sicher arbeiten, Echtzeitdaten geschützt bleiben und die Produktion resilient ist, zeigt sich am Beispiel einer proaktiven, integrierten OT-Security. Ein hoher Grad an Cyber-Sicherheit ist kein optionales Extra, sondern ein unverzichtbares Fundament für den Erfolg.
Ganzheitliche Sicherheit unter NIS2

Ganzheitliche Sicherheit unter NIS2

Was für kritische Infrastrukturen gilt
Digitale Angriffe, Sabotage und Ausfälle haben längst nicht mehr nur technische Ursachen. Mit der NIS2-Richtlinie reagiert die EU darauf und verpflichtet Unternehmen ab 2026, Sicherheit ganzheitlich zu denken. Der Beitrag zeigt neue Anforderungen für KRITIS-Betreiber, warum physische und digitale Sicherheit zusammengehören und wie sich Sicherheitsstrukturen zukunftsfähig ausrichten lassen. Richtig verstanden wird NIS2 zur Chance für mehr Resilienz.
Rendite statt jahrelanger Rollouts

Rendite statt jahrelanger Rollouts

Chefsache IT: Software in der Fertigung neu denken
Trotz hoher KI-Investitionen arbeiten viele Fertigungsunternehmen noch mit Excel und isolierten Anwendungen. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum veraltete IT-Architekturen zum Risikofaktor werden, wie Wertschöpfung direkt an der Maschine beginnt und welche Schritte nötig sind, um Fertigung flexibler, resilienter und zukunftssicher zu gestalten, von smarter IT bis zu erfolgreichem KI-Einsatz.