Ein MES für alle - Factory Innovation
Digitalisierung

Ein MES für alle

Ein interdisziplinärer MES-Workshop für Betriebsräte hilft, Wissen besser zu verteilen.

Lesedauer: 3 Minuten

03. Oktober 2021 von Anna Conrad, Daniel Schulte, Jürgen Klippert und Melissa Reuter und Bernd Kuhlenkötter

Dieser Beitrag stellt ein Lernfabrik-Konzept zum Thema Manufacturing Execution Systems (MES) für Gewerkschaftsvertreter*innen sowie Betriebsräte vor. Das ganzheitliche Konzept wurde unter Berücksichtigung technischer, sozio-technischer und didaktischer Perspektiven entwickelt. Ziel ist es, den technischen Nutzen von MES aufzuzeigen und Betriebsräte zu befähigen, MES-Umsetzungsprozesse im Sinne einer partizipativen Ergonomie zu bewerten.

Viele produzierende Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihren Betrieb in das digitale Zeitalter zu überführen. Hierbei stößt man häufig auf das Buzzword „Industrie 4.0“, jedoch bleibt oft unklar, was das für die einzelnen Unternehmen bedeutet. Die „Plattform Industrie 4.0“ definiert es wie folgt: „Industrie 4.0 bezeichnet die intelligente Vernetzung von Maschinen und Prozessen in der Industrie mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnologie“ [1].

Diese Definition bietet den Unternehmen jedoch keine konkrete Technologie oder Lösung, um Industrie 4.0 zu erreichen. Es gibt vielmehr mehrere Modelle für die Implementierung von Industrie 4.0; die meisten von ihnen haben einen hohen Abstraktionsgrad und sind zu komplex für eine konkrete Umsetzung in KMU [2, 3]. Manufacturing Execution Systems (MES) bieten konkrete Lösungen für die praktische Umsetzung von Industrie 4.0. Ein MES ist ein prozessorientiertes Produktionsmanagementsystem, das nach VDI 5600 folgende Funktionen hat: „Feinplanung und Feinsteuerung, Betriebsmittelmanagement, Materialmanagement, Personalmanagement, Datenerfassung, Leistungsanalyse, Qualitätsmanagement, Informationsmanagement, Energiemanagement und Auftragsmanagement“ [4].

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Bild 1: Lern- und Forschungsfabrik (LFF) des LPS

In einer Umfrage unter 68 Unternehmen wurden die größten Vorteile von Industrie 4.0 in den Bereichen Produktion, Qualitätsmanagement, Tracking und Tracing, Produktionsplanung und Vernetzung mit Kunden und Lieferanten identifiziert [2]. Diese Anforderungen der Unternehmen überschneiden sich stark mit den Aufgaben eines MES unter Berücksichtigung der Richtlinie VDI 5600. Auch wenn es sich bei einem MES nicht um eine vollständige Industrie 4.0-Implementierung handelt, so ist es doch ein erster und wichtiger Schritt für Unternehmen. Er bringt einen quantifizierbaren Nutzen und kann daher als die Grundebene für die Digitalisierung von Produktion und Prozessen angesehen werden [3, 5, 6].

Notwendigkeit der Qualifizierungsmaßnahmen

Die Arbeitswelt verändert sich stetig, unter anderem auch als Reaktion auf den technologischen Fortschritt, die Globalisierung und die Alterung der Bevölkerung. Der digitale Wandel kann zu grundlegenden Veränderungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen führen. In erster Linie zielt die Arbeitspolitik von Gewerkschaften und Betriebsräten auf Beschäftigungssicherheit und existenzsichernde Löhne. Um Arbeitnehmende vor negativen Folgen zu schützen, ist es notwendig, die Auswirkungen organisatorischer und technologischer Veränderungen, die mit der digitalen Transformation einhergehen, vorhersagen zu können [7]. Fundierte Kenntnisse sind grundlegend, um Optionen für eine Bereicherung der Arbeit zu erkennen und eine Verschlechterung der Arbeitsplatzqualität zu verhindern. In vielen Fällen klagen Arbeitnehmervertreter*innen über fehlende technologische Kompetenz und Informationen. Im Hinblick auf die durch MES verursachten Veränderungen der Arbeitsbedingungen ist ein technologisches Grundwissen unumgänglich, um die Arbeitsbedingungen im Hinblick auf Arbeitsplatzsicherheit und Einkommensniveau sowie diversifizierte Arbeitsinhalte aktiv mitzugestalten. Um optimale Ergebnisse bei der Gestaltung sicherer und qualifizierter Arbeitsplätze zu erzielen, ist die Beteiligung der Beschäftigten unerlässlich [8]. Das in diesem Artikel vorgestellte Bildungskonzept in einer Lernfabrik zielt einerseits darauf ab, als arbeitspolitische Strategie ein frühzeitiges Eingreifen in und Mitgestalten von Veränderungsprozessen zu ermöglichen. Andererseits konzentriert sie sich auf die Wissensvermittlung über Potenziale von MES, die ein abstraktes und damit kaum verständliches technologisches System zu sein scheinen. Schließlich zielt dieses Bildungskonzept auf die proaktive Beteiligung der Beschäftigten an der Gestaltung von Arbeitssystemen im Sinne einer partizipativen…

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